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Kirchenfenster

Liebe Besucher der Internetseite unserer Kirchgemeinde,

dass das Weihnachtsfest etwas mit dem Weihnachtsmann zu tun haben soll, das weiß fast jeder. Der Reiz des weißbärtigen Mannes mit der roten Zipfelmütze ist in seinen Geschenken begründet. Es ist wirklich schwer, hinter den von ihm gebrachten Geschenken am Heiligen Abend das Geschenk Gottes zu erkennen. Aber so ist es: Der Heilige Nikolaus, dessen Diener der Weihnachtsmann war, der schenkte, weil Gott schenkt. Sich schenkt. In einem Kind. Man kann es deshalb schon als hohe Schule ansehen, wenn der Weihnachtsmann vom Christkind begleitet wird. Vielen ist aber aus dem Blick geraten, an wen wir uns knapp einen Monat vor dem Weihnachtsfest zum Ewigkeitssonntag im Kirchenjahr erinnern: Christus als Herrscher über Zeit und Raum – „er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen...“ – bekennen Christen seit 381 n.Chr. im nizänischen Glaubensbekenntnis. Der als Kind kam, wird als König kommen. Das Christkind ist keine rührende Episode der Weltgeschichte. Sondern es ist Gottes Realität, in die alle Geschichte münden wird. Was bedeutet das? Die Krippe kann man belächeln, das Kreuz uns zum Vorwurf der Ungläubigkeit machen. Aber gegen den, der da kommen wird, sind menschliche Pläne und Absichten, Wahlen und Verheißungen, Sortierungen und Kriege sinn- und machtlos. Im Moment wursteln wir uns durch. Eine öffentliche Debatte über unsere Ziele, an der alle beteiligt sein dürfen, gibt es nicht. Wir verheizen uns in Grabenkämpfen um rechtgläubige Weltanschauungen, während weiter hohle Pferde durchs Tor gerollt werden. Die Perspektive des kommenden Christus würde uns entlasten, unsere Perspektiven als dringend korrekturbedürftig, wenn nicht gar als Hybris einzustufen. „Allein Christus“, sagt Luther. Geht uns das etwas an? Ja, denn jedem kann das Ziel seines eigenen Verlangens zum Götzen werden, zum selbstgewählten Gott. Solche Götzen korrigieren uns nicht. Sondern wir verfallen ihrer Kraft, weil wir ihnen Macht über uns geben. Die Macht der Götzen will Luther in die Schranken weisen. Indem er allein Christus Macht zugesteht. Denn Christus möchte uns nicht beherrschen. Sondern er will, dass wir ein glückliches und erfülltes Leben im Einklang mit Gott finden. Ihm allein Macht zuzugestehen, das befreit von falschen Mächten. Der wiederkommende Christus, den das letzte Bild unseres zum Reformationsfest in Dienst zu nehmenden Christusweges von Heinrich-Gerhard Bücker zeigt, sagt: „Fürchte dich nicht. Ich bin das Α und das Ω, der Anfang und das Ende… und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ Das darf unsere Hoffnung und unsere Perspektive sein. Sonst schließen wir uns aus.

Ihr Pfarrer Michael Zemmrich