Herzlich Willkommen

Kirchenfenster

Liebe Besucher der Internetseite unserer Kirchgemeinde,

wie oft bemühen wir uns in Kirche und Gemeinde, in Familie und Ehe, ja, mit uns selber? Und zurück bleiben leere Netze. Probleme, die sich längst verselbständigt haben. Entwicklungen, die uns zu Boden drücken. Wir strampeln, aber es geht den Bach runter. Am Ende des Johannesevangeliums wird uns berichtet, wie Jesus nach Ostern den Jüngern bei deren Arbeit begegnet. Sie haben keinen Fisch gefangen. Ostern auf dem Weg durch unser 21. Jahrhundert. Nur noch Abbau, Rückzug, weniger werden? In Staat und Kirche? Nichts zu fangen außer Kirchensteuer? Und dann noch die Empfehlung, die Netzmaschen doch bitte größer zu machen? Jesus redet mit den Jüngern. Er hat einen Auftrag. Er sagt nicht: ‚Prima Idee mit großmaschigeren Netzen. Die kann man leichter durchs Wasser ziehen. Haben weniger Widerstand. Ihr werdet zwar noch sicherer nichts fangen. Aber ihr seid schneller mit dem Boot.‘ Nein, sondern er trägt seinen Jüngern etwas auf, was ihnen in ihrem statistischen Fachwissen total widersinnig erscheinen muss: Die Jünger sollen genau dort fischen, wo sie aufgrund ihrer bisherigen ergebnislosen Mühe nichts gefunden hatten, nicht am Netz manipulieren, sondern ihren Beruf mit aller Kraft ausüben. Die Jünger handeln ihrer fachlich fundierten Vernunft entgegen. Reden nicht länger über Fisch. Sondern fischen. Mit altbewährten Netzen. Und genau an dieser Stelle gehen dem Lieblingsjünger die Augen auf. Er sagt zu Petrus: „Es ist der Herr!" Jesus gibt sich dort zu erkennen, wo wir in seinem Auftrag fischen. So einfach. Jesus schenkt den Jüngern keinen Fang, der am Ufer wundersam bereitläge. Sondern er schickt sie wieder auf See. Nicht in Sonderstellen zur Bootverschönerung oder Bootstilanpassung, sondern er schickt sie in ihre altbewährte Arbeit. Und als sie das in seinem Auftrag und im Vertrauen auf sein Wort tun, da füllt sich ihr Boot. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Die Arbeit mit und an der Gemeinde ist das Wichtigste. Wir benötigt vor Ort das, was wir zum Leben brauchen. Wir können tolle Pläne schmieden oder so lange an den Netzen flicken bis sie nicht mehr zum Fischfang taugen: Jesus bliebe dann der Mann am Ufer im Morgengrauen. Kurz: Wenn sich nichts tut, dann liegt das nicht an der Botschaft, sondern an zu viel Zeitgeistzusatz. Wenn sich etwas tut, dann auf das Wort des Gekreuzigten und Auferstandenen hin. Es geht nicht um das Selbstmanagement unserer Kirche, sondern ums Reich Gottes in dieser Welt nach Ostern. Ein zu hoher Anspruch? Zu fromm? Nein. Lasst uns lieber weniges konzentriert, intensiv und attraktiv tun als vieles verzettelt und flächenhaft. Hier.

Ihr Pfarrer Michael Zemmrich